Wikipedia mounten

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27.02.2006 - FUSE, Wiki, WikipediaFS

Alp Uçkan  (Semantik) hat am 9.2. (Link leider kaputt) in seinem Artikel Wikipedia in der Kommandozeile  (Semantik) auf einen Artikel im Ubuntu Blog  (Semantik) verwiesen: Wikipedia from the Command Line  (Semantik)

Dabei geht es darum, Wikipedia-Seiten mit einem einfachen Shell-Skript und lynx  (Semantik) in der Kommandozeile zu betrachten. Nette Sache, jedoch kann man Wikipedia auch mit einem Browser betrachten, was auch bei den Kommentaren erwähnt wird. Erwähnt wird das auch der WWW-Mediawiki-Client  (Semantik) , ein Perl-Modul, mit einem Interface ähnlich wie es CVS  (Semantik) benutzt. Somit können Wikiseiten ausgecheckt, editiert und wieder committet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist es, mit einem Editor Wikipedia Seiten bzw. Dateien zu bearbeiten. Eine Übersicht findet sich auf WikipediaTexteditorSupport  (Semantik) . Ein Großteil der Editoren bietet aber nur eine Formatierung speziell für das Wikipedia-Format an. Das jEdit  (Semantik) Plugin hingegen greift direkt auf die Wikipedia Seiten zu und ermöglich auch ein editieren.

Ich finde aber die coolste - nicht unbedingt die beste - Möglichkeit ist es, die Wikiseite mit WikipediaFS zu mounten. Dabei handelt es sich um ein auf FUSE  (Semantik) basierendes Dateisystem  (Semantik) .

Aufgabe eines Dateisystems ist es, ein bestimmtes Format in eine Verzeichnisstruktur zu transformieren und / oder die Kommunikation zu verstecken. Während unter Windows  (Semantik) relativ wenige Formate existieren, wie FAT  (Semantik) , FAT32  (Semantik) und NTFS, die alle die Aufgabe haben die Daten fragmentiert auf die Festplatte zu speichern, existieren unter Linux  (Semantik) unterschiedliche Möglichkeiten. Die Festplatte bzw. eine Partition  (Semantik) lässt sich zum Beispiel mit ext3  (Semantik) , ReiserFS oder XFS mounten. Andere Rechner können mit NFS  (Semantik) mit in die Verzeichnisstruktur eingebunden werden, so dass man nichts von diesem Rechner wissen muss.

Zudem lassen sich mit FUSE  (Semantik) beliebige Dateisystem entwickeln (siehe Filesystems based on FUSE  (Semantik) ), da sich der Treiber für das Dateisystem nicht im Kernel-Mode befindet, sondern im User-Mode. Dadurch ist man nicht an die Besonderheiten des Kernels gebunden, sondern kann ein Dateisystem, wie zum Beispiel WikipediaFS  (Semantik) , in Python implementieren.

Auf die Dateien, eines mit WikipediaFS  (Semantik) gemounteten Wikis, kann man mit den gewöhnlichen Kommandos zugreifen: cd, ls, cat, cp, mv, rm. Dateien lassen sich editieren und werden beim Speichern auf dem Wiki-Server abgelegt. Mit einem ls werden aber nicht alle Wikiseiten angezeigt. Erst beim ersten Zugriff, zum Beispiel mit vi Wikiseite, befindet sich die Datei in der Verzeichnisstruktur. Mit cp können die Wikiseiten sowohl vom Server, als auch auf den Server kopiert werden. Indem man zum Beispiel cp /etc/password /mnt/wiki/. eintippt, wird eine neue password-Wikiseite angelegt, was aber nicht so eine gute Idee ist ;)

Leider lässt sich keine Zusammenfassung über das Editierte angeben. Hier könnte man aber am Anfang oder am Ende einen Bereich definieren (ähnlich wie beim Committen von darcs  (Semantik) ) in dem sich der Kommentar befindet.

... aber was gar nicht so toll ist: beim Unmounten beschäftigt der Python-Prozess die komplette CPU, so dass nur noch ein kill -9 hilft.